newsletter 35-2014

Liebe Freunde der ESG,

nun hat die letzte Studienwoche dieses Jahres begonnen, viele planen ihre Fahrten über Weihnachten und über den Jahreswechsel. Bis Freitag werden zahlreiche Gruppen ihre Advents- und Weihnachtsfeiern im Karl-Jaspers-Haus begehen und möglicherweise auch auf das zurückliegende Jahre blicken. Zu all dem, was in 2014 passiert ist, kann ich in der Kürze des newsletters nichts sagen, aber ich möchte mein Entsetzen doch darüber ausdrücken, daß es zu derart unsinnigen Demonstrationen wie die der so genannten “Pegida” kommen kann. Mir fällt es auch richtig schwer, Verständnis für die Masse der Mitmarschierenden aufzubringen, für deren Ängste etc., wie Politiker unterschieldicher Coleur jüngst geäußert haben. Es ist offenkundig, daß man sich bei diesen Demonstrationen durchs Mittun schuldig macht.

Umso froher dürfen wir sein, dass in Heidelberg ein anderer Geist wirkt. Wahrscheinlich erwartet die Stadt in dieser Woche 2000 Flüchtlinge. Sie sind uns herzlich willkommen. Viel Hilfsbereitschaft wird aus der Zivilgesellschaft signalisiert – und auch der Oberbürgermeister hat dies im Rahmen seiner Amtseinführung getan.

Die ESG wird dieses Jahr mit einem interessanten Gesprächs- und Begegnungsabend schließen. Einige Kommilitonen der alevitischen Hochschulgruppe werden am kommenden Mittwoch zu Besuch sein. Innerhalb der Türkei und anderer Länder mit muslimischer Tradition leben Aleviten. Sie sind religiös nicht ganz einheitlich, gerade auch das Verhältnis zum Islam ist umstritten. Wikipedia weiß: „Aleviten beten nicht in Moscheen und legen den Koran nicht wörtlich aus, sondern suchen die Bedeutung hinter den Offenbarungen. Sie leben nicht nach den ‚Fünf Säulen des Islam‘, weil sie diese ‚Säulen‘ als Äußerlichkeiten ansehen. Diesen setzen sie eine eigene Mystik entgegen. Ein zentrales Element ihrer Glaubensauffassung ist der in den Mittelpunkt gerückte Mensch.“ In Medien werden die Aleviten immer wieder auch als “die toleranteste Form des Islam” bezeichnet. Die Heidelberger Gruppe des BdAS (Bund der Alevitischen Studierenden in Deutschland) ist noch recht neu. Der interreligiöse Dialog gehört zu ihren Grundprinzipien.

Herzlich grüßt Hans-Georg Ulrichs.