newsletter 27-2011

Liebe Freunde der ESG,

bitte nehmen Sie es mir nicht übel, aber ich muss zuallererst meiner Bestürzung darüber Ausdruck verleihen, daß es den Behörden unseres demokratischen Rechtsstaates offenbar nicht möglich war, das Wirken von Rechtsterroristen zu unterbinden. Und nicht nur das – auch das Aufdecken dieser verabscheuungswürdigen Taten schuldet sich mehr einem Zufall als dem gesetzmäßigen Handeln staatlicher Institutionen. Ich jedenfalls will nicht in einem Land leben, in dem unsere ausländischen Mitbürger nicht sicher sein können. Der braune Ungeist darf keine Chance mehr haben – das gilt gerade auch vom Heidelberger Standpunkt aus, wo bereits vor (!) 1933 viele Studierende mit fliegenden Fahnen zu den Nationalsozialisten übergelaufen waren. Rassismus ist Sünde gegen Gott – diese Erkenntnis des Weltkirchenversammlung Amsterdam 1948 bleibt weiterhin aktuell. Die Kirche wird gar nicht anders können, als auch immer wieder politisch zu handeln. Und das hat dann auch schlicht etwas mit „Gehorsam“ Gott gegenüber zu tun.

In zwei Tagen, am Buß- und Bettag, haben wir die Gelegenheit, unser Leben und das Leben in unserer Gesellschaft vor Gott zu bringen. „Euer Ja sei ein Ja und Euer Nein ein Nein!“ – mit diesem Wort aus dem Matthäus-Evangelium wollen wir über die (mangelnde?) Verlässlichkeit gerade öffentlicher Worte nachdenken und unsere Klagen vor Gott bringen. Der ökumenische Gottesdienst der christlichen Wohnheime und Hochschulgemeinden findet statt am Mittwoch, 19.00 Uhr in der Peterskirche.

Anschließend um 20.30 (!!) Uhr gibt es eine Einführung in die Bachkantate „Actus tragicus“, die dann am kommenden Sonntag, dem Ewigkeitssonntag, in der Peterskirche aufgeführt wird. Bereits am Freitag wird ebenfalls in der Peterskirche um 20.00 Uhr die „Nacht der Lichter“ gefeiert, für die das ökumenische Taizé-Gebet verantwortlich zeichnet.

Seien Sie alle behütet – und bleiben Sie wach, wo unsere Wachheit besonders gefordert ist.

Herzlich grüßt Hans-Georg Ulrichs.