newsletter 9-2011

Liebe Freunde der ESG,

seit vergangener Woche wird unser ESG-Tagebuch online geführt. Haben Sie schon einmal hineingeschaut? Darin wird von Veranstaltungen und Erlebnissen berichtet, aber auch Gedanken etwa zur Tageslosung oder zu Gedenkdaten mitgeteilt. Man darf gespannt sein, ob es uns gelingt, bis Pfingsten das Tagebuch fortzuschreiben.

Nach der Auftaktveranstaltung zu unserem Semesterthema „Vernunft des Glaubens“ mit Prof. Weinhardt aus Karlsruhe am vergangenen Mittwoch freuen wir uns jetzt auf einen weiteren besonderen Abend. Prof. Michael Welker, einer der global player der theologischen Fakultät, wird über das Werk Jürgen Moltmanns sprechen: Hoffnung als Grund und Ziel des Glaubens. Moltmann hat vor einem halben Jahrhundert mit seiner „Theologie der Hoffnung“ wirklich Theologiegeschichte geschrieben und hat an diesem Projekt bis in die Gegenwart festgehalten; im vergangenen Jahr erschien seine „Ethik der Hoffnung“. Das wird ein spannender Abend mit einem herausragenden Kenner der Theologie Moltmanns (Mittwoch, 20.15 Uhr).

„Hoffnung“ muss einen guten Grund haben, damit sie nicht nur billige Vertröstung ist. Gewiss scheint mir zu sein, daß jeder Mensch Hoffnung braucht – auch unsere ganze Welt braucht Hoffnung, denn die Zerrissenheit ist doch – auch beim besten Leben – allenthalben spürbar. Ich empfinde es durchaus als zwiespältig, was gestern und heute passiert. Natürlich kann man die Erleichterung in Amerika und anderswo gut verstehen, daß von einem schlimmen Terroristen keine weitere Gefahr mehr direkt ausgehen kann. Dass aber die Tötung eines Menschen euphorisch bejubelt wird … müsste man nicht eher still und traurig darüber sein, daß das Böse immer noch eine so große Macht in dieser Welt hat, dass man sich nur mit äußerster Gewalt dagegen meint wehren zu können? Egal, welche politische Präferenz man hat, auch der Tod des Mörders ist etwas Trauriges, weil er so viel über unsere Welt aussagt.

In jedem Fall steht es uns Christen gut an, wach in dieser Welt zu leben. In diesem Sinne wünsche ich uns allen viele wache Stunden in den kommenden Tagen und Wochen.

Herzlich grüßt Hans-Georg Ulrichs.